
Dick & Felix Francis: Kreuzfeuer
KREUZFEUER von Dick & Felix Francis ist ein wunderbar-englischer Krimi, in dem es um Pferde und jede Menge Betrügereien geht.
Als Captain Thomas Forsyth aus dem Krieg in Afghanistan kommt, steht er ohne rechten Fuß und ohne eine Zukunft da. Notdürftig findet er Unterschlupf – bei seiner Mutter und seinem Stiefvater. Seine Erzeugerin ist eine berühmte Pferdetrainerin und Rennstallbesitzerin; schon in seiner Kindheit hatte Tom ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihrem ehrgeizig-überspannten Wesen. Jetzt wirkt sie immer noch kühl, zugleich aber auch fahrig und verängstigt. Tom findet heraus, dass seine Mutter in einer völlig verzweifelten Lage ist: Sie wird erpresst, weil ein halbseidener Finanzberater ihr einen völlig wertlosen Hedge-Fonds andrehte und sie davon überzeugte, wegen eines absurden Finanzierungsmodells keine Mehrwertsteuer mehr an das Finanzamt abzuführen. Jetzt ist der junge Mann auf dubiose Weise umgekommen, aber irgendjemand hat die verräterischen Unterlagen und verlangt wöchentlich viel Geld. Trotz der familiären Animositäten verspricht Tom seiner Mutter zu helfen, den Erpresser zu stellen und den harten Weg zurück in die Steuerlegalität zu finden.
“Kreuzfeuer” ist der letzte Krimi, den Dick Francis zusammen mit seinem jüngsten Sohn Felix geschrieben hat, bevor er 2010 starb. Wieder einmal steht das Pferderennen im Mittelpunkt des Geschehens, doch spielt diesmal kaum eine Szene auf dem Rennplatz. Stattdessen dreht sich alles um den knapp 30-jährigen Kriegsveteran Tom Forsyth, der mit dem abrupten Ende seines Kriegsdienstes und den Folgen seiner Fußamputation ebenso zu kämpfen hat, wie mit dem Verhältnis zu seiner über-erfolgreichen Mutter. Immer wieder überraschen die beiden Autoren mit neuen Einfällen und entwickeln aus der eher betrüblichen Ausgangslage eine opulente Story mit einem spannend eingefädelten Finale. Augenzwinkernd beschreiben die beiden Francis die englische Upper-Class Gesellschaft mit ihrem distinktiven Gehabe, ihrem leicht arroganten, aber immer höflichen Umgehen miteinander. Vater und Sohn haben mit “Kreuzfeuer” einen letzten wunderbar-englischen Krimi erschaffen, in dem es natürlich wieder um Pferde und jede Menge Betrügereien geht.
Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Seit mehr als vierzig Jahren schreibt er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine bisher rund 40 Romane wurden alle Bestseller. Im Jahr 2000 ernannte ihn die Queen zum ›Commander of the Order of the British Empire‹. Er starb im Februar 2010 und lebte bis dahin in England und auf den Cayman-Inseln.
Felix Francis, geboren 1963, ist Dick Francis’ jüngerer Sohn. Er war ca. 20 Jahre lang Physiklehrer, bevor er begann, sich um die Geschäfte des Vaters zu kümmern. Für viele Bücher seines Vaters leistete er die Recherchearbeit. ›Abgebrüht‹ ist der erste Roman, für den er auf Wunsch seines Vaters als Co-Autor in Erscheinung tritt. Felix Francis lebt in England.
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