Lyndsay Faye: Die Entführung der Delia Wright

Lyndsay Faye: Die Entführung der Delia Wright

In DIE ENTFÜHRUNG DER DELIA WRIGHT gelingt es Lyndsay Faye das Leben im New York von 1846 sehr authentisch darzustellen.

Im Jahr 1846 gibt es die New Yorker Polizei gerade erst seit einem halben Jahr. Timothy Wilde ist von Anfang an dabei und hat schon einige Fälle aufklären können. So muss er auch nicht mehr “auf Streife” gehen. Sondern hat sein eigenes Büro in „The Tombs“, dem Sitz der Polizeibehörde. Hier wird er von seinem Chef George Washington Matsell (der übrigens eine echte historische Figur ist) immer wieder mit Ermittlungen in besonders heiklen Fällen betraut. Doch als ihn eines Tages die Blumenhändlerin Lucy Adams um Mithilfe bei der Suche nach ihrem entführten Sohn und ihrer Schwester Delia bittet, ahnt Tim nicht, auf was er sich da einlässt. Denn Lucys Familie ist zwar nahezu weiß, hat aber eine schwarze Abstammung. Ein ideales Opfer also für Sklavenhändler, die freie schwarze Bürger in den Süden der USA verschleppen und dort für viel Geld verkaufen. Lucy fürchtet, dass dies auch mit ihren Verwandten passiert ist. Tim und sein Bruder Valentine, Feuerwehrmann, Polizei-Captain und charismatischer Politiker der demokratischen Partei, können Lucy tatsächlich helfen. Als Tim allerdings eines Morgens eine tote Frau in Valentines Bett findet, wird ihm klar, dass hinter der Geschichte mehr stecken muss. Wer will seinem Bruder einen Mord anhängen – und warum?

Die Entführung der Delia Wright

Nachdem Lyndsay Faye schon mit “Der Teufel von New York”, ihrem ersten historischen Krimi mit dem sympathischen Polizisten Tim Wilde, überzeugen konnte, präsentiert sie uns in “Die Entführung der Delia Wright” erneut eine spannende Story mit historisch gut fundierten Fakten. Dieses Mal beschäftigt sie sich mit einem Phänomen, das der breiten Öffentlichkeit wohl erst durch den preisgekrönten Film “12 years a slave” nähergebracht wurde. Dem inneramerikanischen Sklavenhandel in den Jahrzehnten nach dem Unabhängigkeitskrieg. Denn nachdem die Schwarzen in vielen Nordstaaten seit den 1780er Jahren ihre Freiheit erlangt hatten, entdeckten viele Sklavenhändler ein neues Geschäftsfeld. Sie entführten einzelne Schwarze oder auch ganze Familien, um sie im Süden der USA. Wo die Sklaverei erst nach dem Bürgerkrieg 1865 endete, gewinnbringend zu verkaufen.

Lyndsay Faye siedelt ihren historisch gut recherchierten Roman in der Mitte des 19. Jahrhunderts an. Als New York von immer neuen Wellen europäischer Einwanderer überschwemmt wurde. Im Mittelpunkt ihrer Story stehen wieder der Ich-Erzähler Timothy Wilde, der sich durch einen scharfen analytischen Verstand. Und ein kühl-überlegtes Handeln auszeichnet, und sein Bruder Valentine, der als Star der jungen demokratischen Partei gilt. Er setzt sich besonders für die vielen und oftmals wenig beliebten Iren ein, die nach der Hungerkatastrophe im eigenem Land zu 100.000den in die USA einwanderten. Und somit potenzielle Wähler darstellten. Faye gelingt es, das Leben im damaligen New York sehr authentisch darzustellen, mit einer gut inszenierten Story zu überzeugen. Und zugleich die damaligen Missstände, wie ethnische Vorurteile, staatliche Ungerechtigkeiten und Sklaverei deutlich aufzuzeigen. Erschreckend, wie aktuell manche dieser Themen heute noch sind… Sehr lesenswert!

Lyndsay Faye ist Schauspielerin und Autorin. Sie feierte mit ihrem 2012 in den USA erschienenen Roman »Die Entführung der Delia Wright« einen grandiosen Erfolg. Der zweite Teil der Reihe um Timothy Wilde und seinen Bruder Valentine erscheint in den USA im Herbst 2013. Derzeit schreibt Lyndsay Faye an der Fortsetzung. # Die Entführung der Delia Wright # Der Teufel von New York # Feuer der Freiheit

hallo-buch.de - Rezensionen und Buchtipps von Silke Schröder
hallo-buch.de

      

© DTVerlag
464 Seiten
1. März 2015
ISBN: 978-3423260435
Original:
Seven For A Secret

      

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