
Ann-Helén Laestadius: Die Zeit im Sommerlicht
Ann-Helén Laestadius erzÀhlt in ihrer Coming-of-Age-Story DIE ZEIT IM SOMMERLICHT von der Diskriminierung der Samen in Schweden.
im Schweden der 1950er Jahre mĂŒssen die meisten samischen Kinder in ein Nomadeninternat in der nĂ€chstgelegenen Stadt zur Schule gehen. Sie sollen ihre gewohnte Umgebung, ihre Familien, ihre geliebten Rentiere und ihre Sprache zurĂŒcklassen, um Schwedisch zu lernen und die schwedische Kultur anzunehmen. Auch die Samin Else-Maj ist erst sieben Jahre alt, als sie ihr gewohntes Leben im Dorf verlassen muss. Im Internat begegnet sie Jon-Ante, Anne-Risten, Marge und dem brutalen Nilsa. Neben dem Unterricht kĂŒmmert sich nur die samische Erzieherin Anna um die Kids, die dem brutalen System einer sadistischen Hausmutter ausgeliefert sind. 30 Jahre spĂ€ter begegnen sich all ihre Wege ĂŒberraschend wiederâŠ
Die Zeit im Sommerlicht
Nach ihrem DebĂŒt âDas Leuchten der Rentiereâ gelingt Ann-HelĂ©n Laestadius mit âDie Zeit im Sommerlichtâ erneut ein einfĂŒhlsamer Coming-of-Age-Gesellschaftsroman, in dem sie von der Diskriminierung der samischen Bevölkerung in Schweden berichtet. Dabei switcht sie zwischen den 1950er und 1980er Jahren hin und her. Sie erzĂ€hlt von den erzwungenen Aufenthalten der samischen Kinder in schwedischen Schulinternaten, von einer unmenschlich strengen Erziehung, den brutalen Auseinandersetzungen auch untereinander und den Diskriminierungen durch eine allmĂ€chtige, herrschsĂŒchtige Hausmutter. Und sie geht darauf ein, wie unterschiedlich die Kids als Erwachsene mit diesen Erfahrungen umgehen: Einige kehren nicht in ihre Dörfer zurĂŒck und ziehen in die Stadt, andere verleugnen ihre Herkunft oder neigen selbst zu Gewalt. Nicht wenige ihrer Romanfiguren haben noch lange an den psychischen und physischen Narben zu knabbern, die sie damals mitbekommen haben.
So ist âDie Zeit im Sommerlichtâ eine sozialkritische Auseinandersetzung mit der damaligen Benachteiligung der samischen Bevölkerung in Schweden, dem Druck der schwedischen Regierung auf ihre Sprache und Kultur und dem latenten alltĂ€glichen Rassismus. Doch zugleich ist âDie Zeit im Sommerlichtâ auch ein sehr poetischer und atmosphĂ€risch dicht erzĂ€hlter Roman. Mit dem Ann-HelĂ©n Laestadius das Interesse an den Samen mit ihren nomadischen Wurzeln weckt.
Die Autorin
Ann-HelĂ©n Laestadius, geboren 1971, ist eine schwedische Journalistin und Autorin und gebĂŒrtige SĂĄmi. In Schweden war sie bereits fĂŒr ihre vielfach preisgekrönten Kinder- und JugendbĂŒcher sehr bekannt. Bevor sie mit ihrem ersten Roman fĂŒr ein erwachsenes Publikum, Das Leuchten der Rentiere, auf Anhieb einen Nummer-1-Bestseller landete. Es stand in Deutschland etliche Wochen in Folge auf der Spiegel-Bestsellerliste und wird aktuell von Netflix verfilmt. Auch Die Zeit im Sommerlicht stand auf Platz 1 der schwedischen Bestsellerliste. Ann-HelĂ©n Laestadius lebt in der NĂ€he von Stockholm.
Die Ăbersetzerinnen
Maike Barth war etliche Jahre als Redakteurin fĂŒr Buchverlage tĂ€tig. Seit 2015 ĂŒbersetzt sie Belletristik und SachbĂŒcher aus dem Schwedischen und Norwegischen, u. a. von Ingrid Hedström und Peter Englund.
Dagmar MiĂfeldt ĂŒbersetzt aus dem Schwedischen, DĂ€nischen, Norwegischen und Finnischen ins Deutsche, u. a. Werke von Siri Pettersen und Jonas Moström. AuĂerdem ĂŒbersetzt sie fĂŒr Film und Fernsehen und lehrt Schwedisch an verschiedenen UniversitĂ€ten.

Die Zeit im Sommerlicht
© Hoffmann&Campe
480 Seiten
04. April 2024
ISBN: 978-345501708
Original: Straff
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