lesende Gartenzwerge
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Freitag, 08. November 2013

© Luchterhand
Literaturverlag

400 Seiten
September 2013
ISBN: 978-3630873442
Original:
The Burgess Boys

Elizabeth Strout: Das Leben, natürlich

Mit DAS LEBEN, NATÜRLICH präsentiert Elisabeth Strout in ihrem wunderbar prosaischen Stil eine sehr einfühlsam erzählte, bewegende Mischung aus Familienstory und subtiler Gesellschaftskritik.

Die Zwillinge Susan und Bob Burgess sowie ihr großer Bruder Jim Burgess sind in einem kleinem Ort in Maine, ganz im Nordosten der USA aufgewachsen. Die beiden Brüder verschlug es schnell nach New York, um als Anwälte zu arbeiten, nur Susan blieb zu Hause in Shirley Falls. Als ihr inzwischen 19-jähriger Sohn Zach eines Tages einen gefrorenen Schweinekopf in die lokale Moschee wirft, ist die kleine Gemeinde schockiert. Handelt es sich nur um einen blöden Jungenstreich oder aber um einen rassistischen Affront? Shirley Falls geht es wirtschaftlich nicht gerade gut, so nimmt die kleine Gemeinde viele der somalischen Flüchtlinge auf, was nicht alle der Einwohner befürworten. Als der aufflammende Skandal immer weitere Kreise zieht, bittet Susan ihre Brüder um Hilfe. Die sind nicht gerade begeistert, in ihren Heimatort zurück zu kehren. Sie rechnen aber auch nicht damit, dass ihr Aufenthalt für alle Familienmitglieder sehr überraschende Folgen haben wird.

Elisabeths Strouts neuer Roman “Das Leben natürlich” spielt im beschaulich-ländlichen Maine. Doch auch wenn es den Anschein macht, dass das Leben hier etwas betulicher und ruhiger verläuft, ist es es nicht immer idyllisch. In den Mittelpunkt der Story stellt Strout die drei Geschwister Burgess. Während der ältere Bruder Jim eine glanzvolle Karriere macht und als Strafverteidiger viel Geld verdient, kämpft sein Bruder Bob noch immer mit seinen Schuldgefühlen, weil er als Vierjähriger den Unfalltot seines Vaters verursachte. Die allein erziehende Susan hingegen hat nicht nur mit ihrer schwierigen Situation und den engen Geldbeutel, sondern auch mit ihrem Sohn Zach zu kämpfen, der ein unmotivierter Einzelgänger ist. Seine Dull-Aktion schlägt landesweite Wellen - und sie lässt alte Zwistigkeiten und Animositäten der Familienmitglieder wieder aufleben. Die Autorin verbindet diese Familiengeschichte mit aktuell-brisanten Themen wie den wachsenden Stadt-Land-Unterschieden und den Problemen, die entwickelte westliche Gesellschaften mit den Flüchtlingen aus den vielen Krisenherden dieser Welt haben - Menschen, die weder die Landessprache sprechen, noch mit den Verhältnissen ihrer völlig neuen Umgebung vertraut gemacht wurden. So präsentiert uns Elisabeth Strout in ihrem wunderbar prosaischen Stil eine sehr einfühlsam erzählte, bewegende Mischung aus Familienstory und subtiler Gesellschaftskritik.

Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren und wuchs in Kleinstädten in Maine und New Hampshire auf. Nach dem Jurastudium begann sie zu schreiben. Für „Das Leben, natürlich“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. Elizabeth Strout lebt in New York

Rezension von Silke Schröder

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