Ilkka Remes: Tödlicher Sog
Tödlicher Sog ist ein typischer Ilkka Remes Eurothriller mit vielen gut recherchierten Hintergrundinfos und jeder Menge Action aus Finnland.
Der Finne Roni Airas steht kurz vor dem Durchbruch als neuer Top-Fahrer
in der Formel Eins. Doch dann verliert er in einem Streit mit seiner
Ex-Freundin Julia völlig die Kontrolle, wird handgreiflich - und lässt
sie bewusstlos liegen. Im Glauben, sie ermordet zu haben, flieht er zu
seinem Vater Tero.
Der versucht, Roni ein Alibi zu verschaffen, aber
Toomas, Julias Onkel, hat den Streit beobachtet und nutzt die Chance,
Vater und Sohn zu erpressen: Entweder die beiden beschaffen ihm geheime
Unterlagen aus einem Schweizer Bankschließfach, oder er verrät alles
der Polizei. Notgedrungen lassen sich Roni und Tero auf den Deal ein.
Und sie sind höchst erstaunt, als sie in dem Tresor ein Video finden,
auf dem ein Tauchgang zu der 1994 gesunkenen „Estonia“ zu finden ist.
Doch nicht nur Toomas hat großes Interesse an der Kassette, auch andere
Männer tauchen auf und versuchen mit allen Mitteln, an das Video zu kommen.
In „Tödlicher Sog“ beschäftigt sich Ilkka Remes mit dem Untergang des
Fährschiffs Estonia, die 1994 auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm
vor der finnischen Insel Utö in der eiskalten Ostsee sank. Die Untersuchungen
zur Ursache des Unglücks ergaben kein eindeutiges Bild und immer wieder
gab es Vermutungen, dass weiteres, wichtiges Beweismaterial zurückgehalten
wurde. Um die größte Ostsee-Schiffskatastrophe nach 1945 und die darum
gesponnenen Verschwörungstheorien konstruiert Remes eine spannende Story.
Zwar wirkt der Einstieg in die Geschichte – siehe oben – etwas konstruiert,
aber dann gewinnt „Tödlicher Sog“ immer mehr an Tempo und entwickelt
sich in typisch Remes’scher Art zu einem Eurothriller mit vielen gut
recherchierten Hintergrundinfos und jeder Menge Action. Ein tödlicher
Sog bis zur letzten Seite.
mehr über Ilkka Remes
Rezension von Silke Schröder
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