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Montag, 28. April 2008

© Carl Ueberreuter Verlag
208 Seiten
März 2008
ISBN: 978-3800073238

Gerald Reischl: Die Google-Falle

„Don’t be evil“, sei nicht schlecht - das ist der Leitspruch der weltgrößten Internet-Suchmaschine Google. Aber trifft dieses Credo auf das mittlerweile viele Milliarden schwere Mega-Unternehmen überhaupt noch zu?

Der IT-Journalist Gerald Reischl spürt der Frage nach und fühlt Google auf den Zahn. Detailliert geht Reischl dabei auf die Entstehung des globalen Unternehmens ein, auf die Arbeitsbedingungen der Googleraner und auf die Suchprinzipien des Netzwerks. Seine größte Aufmerksamkeit gilt jedoch der Datensammelleidenschaft der Suchmaschine. Bis zu 18 Monate werden Abfragen gespeichert, intensiv werden alle verfügbaren Informationen der Nutzer zusammengetragen, um nicht nur die Suchfunktionen zu verbessern, sondern um das Wissen auch kommerziell zu verwerten, z.B. für nutzerbezogene Werbung.

Was die Volkszählungsgegner vergangener Jahrzehnte in Angst und Schrecken versetzt hätte, liefern heute Millionen von Usern einem amerikanischen Privatunternehmen tagtäglich frei Haus – George Orwells „big brother“ hätte seine helle Freude. Und die Lustlosigkeit des Unternehmens, Informationen über diese Aktivitäten herauszurücken, spricht nicht für ein baldiges Ende der Sammelwut. Reischl kritisiert aber auch die Bereitschaft der Google-Manager, mit restriktiven ausländischen Regierungen zusammenzuarbeiten und bestimmte Internetseiten zu sperren. So wird man auf den chinesischen Google-Seiten wohl derzeit kaum einen kritischen Beitrag zur Tibet-Frage finden, allen Bekenntnissen der Amerikaner zur (Informations-)Freiheit zum Trotz.

Unterm Strich, so resümiert Reischl, ist Google eine sehr gute Suchmaschine, die ständig weiterentwickelt wird. Aber er gibt auch zu bedenken, dass man bei jeder Nutzung von Google und seinen zahlreichen Tools mehr über sich preisgibt, als einem lieb sein könnte. So sollte man die Suchmaschine selbstverständlich weiter nutzen, jedoch Vorsicht walten lassen und nicht jedes Gratis-Angebot ungeprüft annehmen.

Nicht alle Erkenntnisse Reischls sind neu, doch seine kritischen Beobachtungen bestechen durch klare Darstellung und ungebrochene Aktualität. Zudem gibt er Tipps, wie man sich der Datensammelei ein wenig entziehen kann. Also: ruhig weitergoogeln – aber bitte mit Bedacht!

Rezension von Silke Schröder

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