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Donnerstag, 16. September 2010

© Diogenes Verlag
Juli 2012
ISBN: 978-3257803310

Ingrid Noll: Über Bord

gelesen von Uta Hallant

Im wahren Leben wünscht man sich tragische Unfälle, im Roman gibt es ganz andere Möglichkeiten, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. ÜBER BORD von Ingrid Noll ist voll schwarzem Humor und viel böser Ironie.

Die marode alte Villa, in der Großmutter Hildegard, ihre Tochter Ellen und ihre 24-jährige Enkeltochter Amalia leben, wird im Ort auch die Nonnen-Villa genannt. Denn Hildegard verachtet außer ihren beiden Söhnen alle Männer, und auch Tochter Ellen hat schlechte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht - bändelte ihr Ex-Ehemann doch sogar mit der Tochter ihres eigenen Bruders an. Als sich Gerd in der Frauen-WG meldet, wird es unruhig bei den dreien. Er gibt vor, der Halbbruder von Ellen zu sein, hervorgegangen aus einem niemals bekannt gewordenen Seitensprung von Hildegards verstobenem Mann. Ein Gentest beweist tatsächlich seine Verwandtschaft, es kommt aber auch heraus, dass Ellen nicht vom Großvater, sondern von einem anderen Mann abstammt. Da Gerd sich schuldig fühlt, die langgehüteten Geheimnisse aus Versehen gelüftet zu haben, lädt er Hildegard und Ellen zusammen mit seiner Frau Ortrud auf eine Mittelmeerkreuzfahrt ein. Die beiden willigen ein, doch statt Hildegard kommt Amalia spontan mit - für sie eine Gelegenheit, eine Weile ihrem Freund Uwe zu entkommen und für Ellen eine Chance, den attraktiven Gerd etwas näher kennenzulernen. Wenn da nicht auch noch Ortrud wäre...

Mit ihrem schwarzen Humor und viel böser Ironie ist Ingrid Noll eine der bekanntesten Krimi-Autorinnen Deutschlands geworden. In “Über Bord” geht es um die Hindernisse, die allzu oft den Dingen im Wege stehen, die wir eigentlich möchten. Da ist der Freund von Amalia, der die Frauenidylle in der “Nonnen-Villa” stört. Da sind all die Haustiere, die Ellen nicht um sich haben möchte und da ist Ortrud, die ihr den Weg zu ihrem vermeintlichen Traummann versperrt. Im wahren Leben wünscht man sich tragische Unfälle, im Roman gibt es ganz andere Möglichkeiten, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Zwar verliert sich Ingrid Noll in “Über Bord” manchmal ein wenig zu sehr in “Traumschiff”-Beschreibungen und hält mit ihrem eigentlichen Talent, dem Beschreiben von bösen Wünschen, ein wenig hinter dem Berg, aber natürlich gibt es auch hier einen wunderbar bitterbösen Plot, der über manche Länge hinwegtröstet. “Über Bord” wird perfekt von der Schauspielerin Uta Hallant gelesen, die allen Figuren viel Leben einhaucht und die Geschichte mit jeder Menge hintergründigem Witz vorträgt.

Ingrid Noll wurde 1935 in Shanghai geboren und studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden. Ingrid Noll lebt heute mit ihrem Mann in Weinheim.

Rezension von Silke Schröder

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