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Mittwoch, 26. April 2007

© Ventil Verlag
192 Seiten
April 2004
ISBN: 3930559714

Kerstin Grether: Zuckerbabys

Kerstin Grether schreibt in Zuckerbabys übers Dünnsein und Magersucht als Drama moderner Weiblichkeit

Sonja ist eine junge, kreative Frau. Sie singt, sie zeichnet Comics, sie arbeitet als Mediendesignerin. Aber sie hat dieses Problem: Sonja fühlt sich zu dick. Damit werden alle Rückschläge in ihrem Leben, wie die Trennung von ihrem Freund, erklärt.

Dabei könnte es ihr wirklich gut gehen. Sie geht mit einer Band auf Tournee, sie liebt ihren Job. Aber sie passt nicht in Größe 36 und gegen die lächelnden Bohnenstangen der Popwelt, glaubt sie, kommt sie nicht an, allem Talent zum Trotz. Deshalb hungert sie und zählt Kalorien. Natürlich steht sie damit auch nicht alleine, auch ihre Freundinnen haben ihre Essticks.

Angesiedelt in der Hamburger alternativen Popszene hat Kerstin Grether in ihrem Roman „Zuckerbabys“ sehr genau das Verhalten junger, moderner, hipper Frauen beobachtet. Die fixe Idee, nur wer schlank ist, dem geht es gut, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Dabei reflektiert die junge Protagonistin sehr genau, dass Dünnsein nicht alles ist. Aber durch ihr fehlendes Selbstbewusstsein kann sie ihre Zwangshandlung nicht durchbrechen und hungert. Sie weiß, dass sie sich auf ihr Äußeres reduziert: Aber wie das ändern?

Wenn der Club der Schönheitshungernden über die Gleichberechtigung debattiert, offenbart sich das ganze Drama moderner Weiblichkeit. Kerstin Grether ist nicht die Erste, die über dieses Thema schreibt, aber wer einmal bei MTV reingeschaut hat, weiß, dass das Thema aktueller denn je ist.

Rezension von Silke Schröder

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