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Montag, 04. April 2011

© PAN Verlag
352 Seiten
März 2011
ISBN: 978-3426283486
Original: Dark Parties

Sara Grant: Neva

In Sara Grants NEVA geht um das Erwachsen werden, über Freundschaft, Treue und Verrat. Ein ebenso spannender wie emotionaler Jugend-Dystopie-Roman.

Was steckt hinter der unüberwindbaren Energiekuppel, der sogenannten 'Protekosphäre'? Das fragt sich die 16-jährige Neva, die seit ihrer Geburt in der Stadt unter der riesigen Glocke lebt. Weder ihre Eltern noch sonst jemand will oder kann ihr eine Antwort geben. So versucht sie es zusammen mit ihrer besten Freundin Sann herauszufinden. Doch schnell geraten die beiden allzu neugierigen Teenager ins Visier der Behörden, und mit denen ist nicht zu spaßen. Nach einer nächtlichen Protestaktion gegen die bewusste Desinformation seitens der Regierung verschwinden einige ihrer Freunde. Auch für Neva wird es langsam eng. Da taucht eine verwirrende Nachricht von ihrer vermeintlich längst verstorbenen Großmutter auf, die in Neva neue Hoffnung weckt: kann es sein, dass ihre geliebte Oma noch lebt und alles ganz anders ist? Es scheint eine kleine Welle von Büchern zu geben, die allesamt eine sehr negative Zukunftsvision darstellen – nicht gerade verwunderlich in Zeiten von Fukoshima und anderen Katastrophen.

In Sara Grants aktueller Version dieser so genannten Dystopie-Romane, die eben kein freundliches Utopia beschreiben, versucht eine junge Heldin, dem totalitären Regime in ihrem Stadt-Staat zu entkommen. Wie Caragh O'Brien in „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ baut auch Sara Grant in „Neva“ zwischen den engen Mauern ihrer eingekapselten Welt eine feinsinnige, beklemmend-bedrohliche Spannung auf und beschreibt dabei eine sektenartige Gesellschaft, die sich von der übrigen Welt abschotten und völlig autonom existieren will. Dass solch ein Experiment auf die Dauer kaum gelingen kann, lässt sie immer wieder durchblicken, sei es durch die Knappheit an Lebensmitteln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen oder durch die von Generation zu Generation wachsende Ähnlichkeit zwischen allen Bewohnern des Inselstaates. Zugleich ist Sara Grants „Neva“ aber auch ein Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft, Treue und Verrat. Eine ebenso spannende wie emotionale Jugend-Dystopie – einschließlich Happy End.

Sara Grant wurde 1968 im amerikanischen Bundesstaat Indiana geboren, wo sie Journalistik und Psychologie studierte, bevor sie ihrem Mann nach London folgte; dort machte sie an der Universität den „Master in Creative and Life Writing“ und arbeitet seitdem bei einer Literaturagentur.

Rezension von Silke Schröder

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