lesende Gartenzwerge
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Montag, 11. Februar 2008

© Luchterhand Literaturverlag
352 Seiten
Februar 2008
ISBN: 978-3630872650
Original: CrocAttack

Assaf Gavron: Ein schönes Attentat

Assaf Gavron ist mit Ein schönes Attentat ein spannender Roman über Israel gelungen, der trotz Wirklichkeitsnähe die Hoffnung auf Besserung bewahrt.

Eitan Einoch, genannt das „Krokodil“, lebt mit seiner Freundin in Tel Aviv und arbeitet erfolgreich bei einer Softwarefirma, die sich auf Zeiteinsparungen spezialisiert hat.

Doch als er nur knapp einem Attentat entgeht, ändert sich sein gesamtes Leben: Er zerbricht immer mehr an seinen Schuldgefühlen denjenigen gegenüber, die den Anschlag nicht überlebt haben. Auf dem Weg nach Jerusalem, wo er die Familie eines der Opfer kennen lernen will, wird der Straßenverkehr unter Feuer genommen. Eitan bleibt unverletzt, sein Mitfahrer stirbt. Als er sich in Jerusalem in einem gut besuchten Cafe ausruht, geht wieder eine Bombe hoch, und wieder entkommt er knapp. Von nun an gilt Eitan von der israelischen Öffentlichkeit als Held – und wird gleichzeitig als Symbol der Überlebenden zum idealen Ziel der Attentäter.

Es war der Palästinenser Fahmi Sabih, der die Attentate plante. Jetzt liegt er selbst mit schweren Verletzungen im Krankenhaus und denkt über die Begegnung mit dem „Krokodil“ nach. Fahmi versteht nicht, wie der Mann all das überleben konnte und er, Fahmi, ihn ungewollt zum israelischen Nationalhelden machte.

Der nahe Osten ist schon seit langem ein Thema mit viel Sprengstoff. Die Fronten sind verhärtet wie nie zuvor und zur Annäherung zwischen Palästinensern und Israelis ist es sicherlich noch ein langer Weg. Auf dem künstlerischen Weg ist man da schon ein Stück weiter: Gerade startete der mit Festivalpreisen überhäufte Film „Die Band von nebenan“, in dem eine hoffnungsfrohe ägyptisch-israelische Musikgeschichte erzählt wird. Auch Assaf Gavron beschäftigt sich mit den Menschen, die er hinter den verhärmten Verhältnissen lebendig werden lässt.

In seinem packenden Roman wechselt der Autor geschickt die Perspektiven, indem er seine beiden Protagonisten jeweils aus ihrer Sicht als Ich-Erzähler berichten lässt. Realistisch spiegelt er die Verhältnisse im heutigen Israel, ohne zu beschönigen – und kommt zu dem Schluss, dass letztendlich beide Seiten unter dem momentanen Zustand leiden. Ein spannender Roman, der trotz Wirklichkeitsnähe die Hoffnung auf Besserung bewahrt.'

Assaf Gavron wurde 1968 geboren, wuchs in Jerusalem auf und studierte in London und Vancouver und lebt heute in Tel Aviv. Er hat vier Romane und einen Band mit Erzählungen veröffentlicht und ist in Israel Bestsellerautor. Er ist Übersetzer, Musiker und Schriftsteller und lebt in Tel Aviv.

Rezension von Silke Schröder


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