© Dtv premium Verlag
256 Seiten
Oktober 2006
ISBN: 978-342324568-5
Original:
Something Rotten
Jasper Fforde: Es ist was faul
Mit schier unendlicher Fantasie und gnadenlosen Anleihen in allen bekannten oder vergessenen Werken der Weltliteratur entführt uns der Waliser Jasper Fforde mit "Es ist was faul" in sein Buchstabenreich
Nachdem unsere Heldin Thursday Next die letzten zwei Jahre in der
Bücherwelt verbrachte, kehrt sie nun mit ihrem kleinen Sohn Friday in
die reale Welt zurück, in ihre englische Heimatstadt Swindon im Jahre
1988.
Und sogleich überstürzen sich die Ereignisse: Der Multikonzern Goliath
möchte eine Religionsgemeinschaft werden, der Politiker Yorrick Kaine
ist auf dem besten Weg, Diktator von England zu werden, die Dänen werden
zum Sündenbock für alles Übel erklärt und die Swindoner Krocket-Mannschaft
riskiert mit 99%iger Wahrscheinlichkeit einen Krieg und den darauf folgenden
Weltuntergang, wenn sie nicht den diesjährigen Super-Hoop gewinnt.
So hat
Thursday alle Hände voll zu tun, wieder Ordnung in ihre Welt zu bringen
– und außerdem ist da noch ihr „genichteter“ Ehemann Landen Parke-Laine,
den es dringend zurückzuholen gilt.
Wenn genmanipulierte Neandertaler ein
Krocketspiel entscheiden, eine entflohene Romanfigur die Weltherrschaft
an sich reißen will und Hamlet im Grübeln über Sein oder Nichtsein einsieht,
dass es ihm womöglich an Entschlusskraft fehlt, dann sind wir in der verrückten
Welt der Thursday Next. Denn hier ist nichts unmöglich, dass nicht schon
einmal geschrieben wurde. Mit schier unendlicher Fantasie, gnadenlosen Anleihen
in allen bekannten oder vergessenen Werken der Weltliteratur und herrlich
ironischen Anspielungen auf unser Zeitgeschehen entführt uns der Waliser
Jasper Fforde in sein Buchstabenreich. „Es ist etwas faul“ ist nicht
nur ein Satz aus Shakespeares „Hamlet“, sondern auch der vierte und wahrscheinlich
letzte Band um die Superheldin Thursday Next – very bedauerlich und daher
unbedingt empfehlenswert!
Jasper Fforde ist Waliser (daher das markante
doppelte ff!) und wurde 1961 geboren. Seine Romane schrieb er 14 Jahre lang
neben seiner Arbeit als Kameramann bei verschiedenen Filmproduktionen.
Rezension von Silke Schröder
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